11.03.2023
Wort zum Sonntag 11KW/2023

Irrtum entdeckt

Zwei Männer sitzen im Gefängnis. Da fragt der eine den anderen: ”Warum wurden Sie denn eingesperrt?” Antwortet der andere: "Ich habe Geld gefälscht. Beim Zehner ging ’s noch, beim Zwanziger auch. Aber beim Dreißiger muss ich wohl einen Fehler gemacht haben!”

So einem Irrtum sind auch einige Weingärtner in der Bibel verfallen. Sie dachten zwar nicht, dass es Dreißig‐Euro‐Scheine gibt, doch sie haben einen ebenso einfältigen Plan, wie unser Gangster im Gefängnis. Die biblischen Ganoven haben sich ausgemalt, wie sie sich den Weinberg unter den Nagel reißen könnten, den sie bis jetzt nur gepachtet haben. Aber ihr Plan war genauso dumm wie der des Geldfälschers. Denn sie brachten einfach den Erben des Weinbergs um und dachten, nun würden sie ja automatisch alles bekommen. Doch sie haben die Rechnung ohne den rechtmäßigen Besitzer gemacht. Irgendwie haben sie den bei aller Gier aus den Augen verloren. Aber der ließ sich die Schandtat an seinem Sohn natürlich nicht gefallen und zog die verbrecherischen Pächter zur Verantwortung.

Der Evangelist Matthäus ermahnt uns heute, schlauer zu sein als diese Weingärtner. Denn der Besitzer und Erschaffer der Welt ist Gott und wir bewirtschaften sein Eigentum. Darum wollen wir besonders vor ihm verantwortungsvoll handeln. Gerade in christlichen Gemeinden geht es manchmal schneller als gedacht, dass wir Jesus, den wahren Erben, außen vorlassen. Darum lasst uns zusammenstehen als schlaue Weingärtner in Gottes Weinberg und gute Früchte anbauen. Ansonsten merken wir am Ende der Zeit auch überraschend, dass es gar keine Dreißig‐Euro‐Scheine gibt.

 

Pfarrerin Tatjana Eggert
Pfarrbereich Mücheln-Langeneichstädt