12.12.2022
Wort zum Sonntag 49KW/2022

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht (Lukas 21,28)

Liebe Mitmenschen!

Was beschäftigt Sie in diesen Tagen? Sorgen ums Klima? Sorgen um die Gas- oder Ölpreise? Kreisen Ihre Gedanken um das grausige erbarmungslose Kriegsgeschehen in der Ukraine? Was es auch ist: jede Sorge engt ein, schnürt die Luft ab.

Sieh auf! Es hilft, den Kopf zu erheben. Sich aufzurichten. Die Augen zu öffnen. Die Dinge neu sehen, neu wahrnehmen, den Blick in die Weite zu richten: Das löst die Verkrampfung, die Starre, die Enge. Wenn ich meinen Kopf hebe, wird meine Seele freier. Ich kann weiter schauen. Und das verändert mich, meinen Blick, meine Haltung. Ich werde anders offener, mutiger, selbstbewusster.

Erlösung – das kann ich nicht selbst. Erlösung heißt, von den Lasten abgelöst zu werden. Ein Anderer nimmt sie von mir: Gott, der zu uns kommt, der auf dem Weg ist zu uns. Diese Botschaft des Advent verändert mich und die Welt. Und wenn dieses Bibelwort nur einem einzigen dazu verhilft, seinen Glauben wiederzufinden, den Sinn in seinem Leben neu zu entdecken, die Hoffnung nicht aufzugeben, die Dinge anders und neu zu sehen, vielleicht die eigenen Kräfte neu zu bewerten, neu einzusetzen, weil es sich lohnt (!), dann hat die Enge, die Angst, die Sorge schon verloren. „Ich wünsche dir in den sorgenvollen und bangen Stunden deines Lebens einen Engel, der die Mitte deines Wesens berührt, der die Fesseln deiner Enge und Ängste sprengt und dir in aller Stille Lieder von Liebe und Frieden ins Herz singt.“ Mit diesen Worten von Christa Spilling-Nöker wünsche ich Ihnen einen gesegneten 3. Advent

Ihre Pfarrerin Antje Böhme, Pfarrbereich Wallendorf